Google, and now the conclusion

Ich weiß. Ich bin Ihnen mit den Erzählungen über meinen Kampf gegen Google in den vergangenen Tagen ein wenig auf die Nerven gegangen. Lassen Sie mich heute bitte nur noch ein einziges Mal…

Danach ist Schluss, versprochen. Hier also das aber jetzt auch schon wirklich total kafkaeske Finale:

Nach allem Hin und Her meldete sich plötzlich tatsächlich ein richtiger Google-Mensch. Mit Namen, eMail-Adresse und allem Drum und Dran: Zhivko Zelev schicke mir ein Mail. Er riet, mich doch einfach mit meinem Username einzuloggen, die nötigen Änderungen durchzuführen und fertig. Ich kippte zunächst ein Glas Sekt (zum ersten Mal ein Individuum aus der unpersönlichen Google-Maschinerie geschält), dann schrieb ich Zhivko zurück, dass eben genau das nicht ginge, weil ich keinen Username hätte, weil…

Die ganze Litanei halt. Zum fünften oder sechsten Mail. Sie müssen nur die letzten beiden Blogposts in dieser Angelegenheit lesen, hier und hier, dann kennen Sie sich aus.

Zhivko schickte mir
einen Link, der das ganze Drama lösen sollte, aber genauso nicht funktionierte wie alles zuvor. Google eben. Ich maulte per Mail zurück und dann geschah das Unglaubliche.

Mein Handy läutete, dran war: Zhivko. Er ließ sich von meinem Hinweis, dass ich an einer Supermarkt-Kassa stünde und es daher gerade nicht so günstig wäre, nicht aufhalten und bot mir ohne Umschweife seine vorbehaltlose Unterstützung an. Sie müssen nur einverstanden sein, dass dieses Telefonat aufgenommen wird, sagte er, aber das geht ohnehin klar, oder?

Das geht nicht klar, sagte ich. Zhivko verwies auf die „Google-Company-Policy“, der zufolge nicht mit Menschen telefoniert werden dürfe, die einer Aufzeichnung des Gesprächs nicht zustimmen. Ich meinerseits verwies auf die EU-Gesetze, denen zufolge es illegal ist, Telefonate gegen den Willen eines der Gesprächspartner aufzunehmen. Dann können wir leider nicht weiter sprechen, bedauerte Zhivko, ich schicke Ihnen ein Mail.

Wenige Stunden später kam dann ein Mail zwar nicht von Zhivko, aber von einem gewissen Vladimir. Er teilte mir erstens mit, dass Zhivko den Dienst quittiert habe, und bot mir zweitens seine vorbehaltlose Unterstützung an. Ich war allerdings schon ein wenig erschöpft und fand zwei oder drei Tage lang nicht die Kraft, ihm zu antworten. Darauf erhielt ich ein neues Mail von Google. Die Firma informierte mich, sie gehe wegen meiner unterbliebenen Antwort davon aus, dass das Problem nun gelöst sei, bedankte sich für meine Aufmerksamkeit und wünschte mir ein schönes Leben. Letzteres natürlich nur sinngemäß. Zehn Minuten später trudelte ein weiteres Mail in die Mailbox – mit der Bitte, eine Bewertung des Google-Kundendienst-Services abzugeben. Jetzt, da man das Problem schließlich zu meiner Zufriedenheit gelöst habe.

Ich zuckte kurz aus und schickte Google die desaströsete Kundendienstbewertung, die ich jemals irgendwo abgegeben habe.

Dann versuchte ich zum letzten Mal eine Lösung auf eigene Faust, bevor ich mich in die ewige Internet-Enthalstsamkeit flüchten wollte. Ich klickte Zhivkos ursprünglichen Link neuerlich an und – er funktionierte. Er funktionierte! So als ob nie etwas gewesen wäre, konnte ich einen Administrator-Account anlegen, meine Domain verwalten und damit alles tun, wozu ich Lust hatte. Bloß die automatische Verlängerung hatte Google natürlich inzwischen vorgenommen und die zwölf Dollar von meiner Kreditkarte abgebucht.

Gut, soll sein, dachte ich, ist eh das letzte Mal, denn beim nächsten Einloggen kündige ich die Domain.

Gerade als ich mich heute Vormittag daran machen wollte, klingelte das Handy. Dran war Vladimir. Er wolle mir nun gerne auch telefonisch seine vorbehaltlose Unterstützung anbieten, sagte er. Aber ich bin nicht mit der Aufnahme des Telefonates einverstanden, antwortete ich. Oh, huh, sagte Vladimier, dann müsse er das Telefonat leider beenden, weil die Company Policy… Weiß ich doch, sagte ich verständnisvoll und legte auf.

Soeben hat mir ein Thomas Karaleev ein Mail geschickt, er hat sich darin als Google-Billing-Experte zu erkennen gegeben. Und mir seine vorbehaltlose Unterstützung angeboten.

Ich glaube, ich werde auf das Angebot nicht eingehen.

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