Weihnachtsabend

Womöglich haben Sie heute hier eine Weihnachtsgeschichte erwartet. Was ein ordentliches Blog ist, das bietet schließlich um den Heiligen Abend herum eine Weihnachtsgeschichte an, mögen Sie sich denken. Ich habe das vor einem oder zwei Jahren sogar selbst so geschrieben.

Stattdessen heute: nichts.

Ich verrate Ihnen, warum: Ich mag Weihnachten nicht. Mir geht die Jingle-Bells-Kaufhausmusik ab Mitte November auf die Nerven. Ich halte die vielen Plastik-Weihnachtsmänner nicht mehr aus, die sich ab Dezember plötzlich an irgendwelche Balkon-Geländer klammern. Und die vorformulierten Massen-Weihnachtsmails aller möglichen Pressestellen, mit denen ich das Jahr über nie zu tun hatte und die mir trotzdem alles Gute wünschen zu müssen glauben, sind mir ein Greuel. Weihnachten ist die verlogenste Zeit im Jahr. Menschen wünschen mir plötzlich Glück, die mich sonst am liebsten durch Sonne und Mond schießen würden. Ich erhalte Mails und SMS von Leuten, denen ich offensichtlich egal genug bin, dass sie sich vom 25. bis 23. Dezember nicht bei mir melden. Arme Teufel setzen peinliche Verzweiflungs-Aktionen wie zu Beispiel dieses Weichei hier. Und so weiter. Überall liegt etwas Bedrohliches in der Luft, von dem Verblendete kess behaupten, es sei Liebe oder Versöhnung oder was weiß ich. Dabei kann jedes Baby sehen, dass es Kommerz ist.

Der Heilige Abend ist, wenn man kein Kind mehr ist, eine Tortur. Sogar für mich, der ohne Familie durchs Leben stolpert und daher eh nur die Light-Version abbekommt. Oder vielleicht auch gerade deshalb, ich will das nicht völlig ausschließen.

Zu mehr Feierlichkeit, als Ihnen hier einen YouTube-Link zu einem Weihnachtslied zu posten, bin ich inzwischen einfach nicht mehr fähig. Und selbst dieser ist nicht so richtig besinnlich. Aber vertrauen Sie mir, es handelt sich trotzdem um ein Weihnachtslied. Auch wenn sich die Sache ein wenig rau anhört. Klicken Sie hierher und folgen Sie dem Text, dann werden sie es schon merken.

Also: Schöne Weihnachten für Sie alle!

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