Widmungen

Ich traf Hannes Androsch in seinem einigermaßen furchteinflößenden Büro in der Wiener Innenstadt.

Ist schon eine Weile her. Der Unternehmer lieferte sich mit Nationalbank-Präsidiumsmitglied Claus Raidl ein ziemlich freundschaftliches Streitgespräch, ich war als Moderator fast ein wenig unterfordert. Die beiden mögen einander nämlich ganz gern und streiten daher nicht, wiewohl aus verschiedenen politischen Lagern stammend. Man schimpfte stattdessen gemeinsam auf die Regierung, Sie können das hier nachlesen. Am Ende des Gespräches gab der schwerreiche Unternehmer, ehemalige Vizekanzler, ehemalige Finanzminister und heute konstanter Verfechter einer modernen Bildungspolitik, Raidl und mir jeweils ein Exemplar seines jüngsten Buches, zückte den Füller und versah es mit einer freundlichen persönlichen Widmung.

Heute traf ich Evelyn Regner, EU-Abgeordnete der SPÖ, die um ein Vielfaches lockerer und legerer daher kommt als der vergleichsweise doch ein wenig gesetzte Herr Androsch. Sie verspätete sich, weil sie sich in der Buchhandlung ums Eck verschmökert hatte. Das spricht für sie, denn wenn jemand zu spät kommt, weil er länger als geplant  ein Buch las, ist das ganz meines. Da würde ich stundenlanges Warten akzeptieren. Außerdem sitzt es sich im Wiener Café Prückel eh recht nett, die paar Minuten Warten auf Regner verflogen mir als Sekunden.

Wir unterhielten uns dann naheliegenderweise über die kommende EU-Wahl, diverse Spitzenkandidatenfragen und so weiter. Eh klar, wenn du derzeit mit einem MEP redest. Ich weiß aus diversen Beobachtungen und persönlichen Erfahrungen, dass die lässige Frau Regner sogar ein ziemlich engagiertes „Member of the European Parliament“ ist. Zweifellos ist sie es wert, gewählt zu werden. Außerdem kenne ich sie schon ziemlich lange, die Schwester und ich besuchten seinerzeit gemeinsam die Uni, was bei dieser damals zu einem Job als respektable Mittelschullehrerin und bei mir zum Studienabbruch führte. Aber Wurscht jetzt, das ist 25 Jahre her.

Bildschirmfoto 2014-02-07 um 16.08.53Auch Evelyn drückte mir am Ende des Treffens jedenfalls ein Buch in die Hand, griff zum Kuli und schrieb eine Widmung hinein. Ich durfte sogar beim Text mitreden – ein Privileg, das Androsch mir nicht gewährt hatte.

Nun besitze ich also ein Exemplar des Bandes „Im Maschinenraum Europas“ (hey, Kollege R., jetzt weiß ich, wo du Anfang Jänner bei unserer gemeinsamen EU-Wahl-Geschichte für das FORMAT den Titel ausgeborgt hast). Ein Buch über das EU-Parlament, das wir am 25. Mai alle neu wählen, in dem auch ich vorkomme. Als „Grazer Europäer“.

I like it. Merci bien (so sagt man, glaube ich, in Brüssel). Vielleicht bahnt sich da ja langsam eine kleine, feine Sammlung von Politikerbüchern mit Politikerwidmungen an.

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