Auskunft

Heute tingelte ich mit dem Bus durch Brüssel. Ich wollte zwar ins Parlament, aber am Empfang des Hotels wollte man nicht, dass ich ins Parlament wollte. Der Concierge nuschelte genervt etwas von eine Buslinie, die direkt am „Place Lux“ halten sollte. Der Place du Luxembourg, den die MEPs liebevoll eben „Place Lux“ nennen, das ist der große Vorplatz vor dem Euro-Parla, den kenne ich gut. Also fragte ich gar nicht weiter nach, setzte mich einfach in den nächsten Wagen der Linie 71, sah auch tatsächlich einmal den Glas- und Betonturm des Parlaments in der Ferne auftauchen und dachte im rumpelnden Autobus vergnügt an Gott und die Welt.

Als wir eine halbe Stunde später weit draußen in den Brüsseler Outskirts an der Endstation namens „Delta“ angekommen waren, dämmerte mir: Der Mann aus dem Hotel hatte mich in die Pampa geschickt, der Bus überall sonst, nur nicht am Place Lux gehalten. So wie tags zuvor jener Wiener Flughafen-Angestellte, der mich beim Check-In laut und deutlich zu Gate G 31 geschickt und die Information auch noch ausdrücklich mit G wie Gustav ergänzt hatte. Damit es nur ja keine Missverständnisse gibt. Ich hatte auch ihm vertraut und nicht auf der Boarding Card nachgelesen. Bloss startete der Flieger nach Brüssel leider von B 31. B wie Berta. Mit einigem Keuchen und Schwitzen schaffte ich es gerade noch an Bord.

Aber ich lerne dazu. Als mich die Rezeptionistin soeben wegen eines vergessenen Ladegerätes für das MacBook zum „nur ein paar Gehminuten entfernt“ befindlichen Apple-Shop lotsen wollte, prüfte ich diese info mit Google Maps, bevor ich lostrabte. Siehe da: In der echten Welt liegt der nächste Brüsseler Apple-Shop weiter draußen in der Einöde als die Busstation Delta. Grob geschätzt wäre ich sicher zwei Stunden marschiert, one-way natürlich.

Das bringt mich zum Taxifahrer, der sich gestern lautstark beschwerte, weil er zu wenig Trinkgeld erhalten hatte. Dabei bin ich eh einer der eher großzügigen Tip-Geber. Nur hatte ich halt einfach nicht mehr Kleines parat. Tut mir leid für den Mann, aber was soll ich machen. Meine Erkenntnis: Die Portugiesen waren vergangene Woche deutlich hilfsbereiter und freundlicher, als es diese Woche die Belgier sind.

Echt blöd, dass ich meinen von morgen an geplanten Zwei-Tages-Irland-Trip gestoppt habe. Nach dem eher ein wenig spröden Belgien hätten mir 48 Stunden Irland, also Home of the Freundlichkeit, vermutlich gut getan.

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