Entsaftinator

An manchen Tagen wohnt das Glück bei dir zu Hause. Es gibt gute Botschaften, gute Jobs und nette Stories.

Gestern zum Beispiel, ich war der Entsaftinator. Bildschirmfoto 2014-05-23 um 13.08.48Das hat richtig Spaß gemacht und weil Sie sich jetzt vermutlich nicht ganz auskennen, folgendes: Auftrag des famosen Magazins Falstaff zur Durchführung eines Entsaftertests. Ja, genau. Zur Entspannung von all der Politik und der Wirtschaft mache ich zwischendurch auch so etwas. Zwar benötigte ich dazu Unterstützung, weil ich jetzt nicht so richtig der ganz große Entsaftungsexperte bin, aber Wirt Toni Mimra von der großartigen Cantina Osteria Friulana in der Wiener Bartensteingasse, deren Besuch ich Ihnen dringend ans Herz lege, hat das im kleinen Finger. Also zogen ich, Falstaff-Redaktionspraktikantin W. (Organisation 1A) und die frische Bezirkspolitkerin B. (Chefkosterin) dort für einige Stunden ein und prüften acht Geräte auf Herz und Nieren. Ich sage Ihnen, das war ein ganz schönes Auspacken, Auspressen, Einpacken und überhaupt. Karottensaft liebte ich ja noch nie, aber jetzt kriege ich ihn nach unzähligen Testgläsern einfach nicht mehr runter. Ich kann Karotten nicht einmal mehr sehen. Äpfel auch nicht.

Es gab durchaus überraschende Ergebnisse, Sie werden das in einer der kommenden Falstaff-Ausgaben im Detail nachlesen können. Der Saft floss jedenfalls in Strömen und es gab, soviel darf ich schon verraten, ein eindeutiges Testergebnis.

Bereits am Vorabend hatte mich bei einem Verlagsfest ja mancher FORMAT-Kollege freundlich beschmunzelt, als er von meinen Entsafterplänen des kommenden Tages hörte. Es gab den einen oder andern spöttischen Schulterklopfer. Immerhin ja halbwegs ungewöhnlich, dass der Kollege aus der Politik-Redaktion ein Gastspiel als Entsaftinator gibt, werden sie sich wohl gedacht haben. Aber dank W., B. und Toni samt seiner ganzen Cantina-Crew habe ich meine Sache glaub ich ganz gut gemacht. Thx, Jungs und Mädels, war großartig!

Jetzt die nette Story des gestrigen Tages: Selbstironie, eine gute Sache charakterlich reifer Menschen, wird neuerdings pink eingefärbt. B. musste nach der großen Entsaftung rasch weg, Bäume mit Plakaten bekleben. Es geht um die Neos, die ja seit einigen Wochen unter der Angstbeißerei von ÖVP und Grünen zu leiden haben. Bei der ÖVP überrascht mich das nicht, die sind halt so wie sie sind. Edle Zurückhaltung war die Sache bigotter römisch-katholischer Kreuzritter noch nie, wenn es um die Geißelung Andersdenkender ging, um da einen Vergleich zu bemühen, über den sich möglicherweise wieder wer aus dem schwarzen Parteiapparat beschweren will. Wäre nicht das erste Mal. Bei den Grünen jedoch ist das neu und schockt mich ein wenig, dass dort selbst vernünftigste und modern denkende Menschen plötzlich auf was hinhauen, das halt als ernste Konkurrenz aufgetaucht ist – statt sich die Gründe dafür zu überlegen und der Sache mannhaft und sportlich ins Auge zu blicken. Bildschirmfoto 2014-05-23 um 13.09.37

Aber die Neos. Die machen das kühl. Nicht zurückschießen, sondern mit Humor gegen die Sache anrennen ist eine sehr elegante Lösung. Zum Beispiel der pinke Boss, der ja immer wieder wegen seiner kontemplativen Ausflüge in diverse Vorarlberger Wälder zwecks meditativer Einkehr belächelt wird. „Umarmt Bäume“, feixen seine Kritiker und tippen sich lustvoll an die Stirn. Die Neos reagieren darauf wie folgt: Sie picken Plakate auf Bäume, worauf dann sinngemäß steht: „vom Chef umarmt“. Gefällt mir. Genau so muss man das machen, wenn man geschickte Polit-PR betreiben und Gegnern auf sympathische Weise Wind aus den Segeln nehmen möchte. Selbstverständlich spricht eine Aktion wie diese mehr die intelligenteren Wähler an, nicht so sehr die Dumpfbacken. Aber so wird´s wohl gedacht sein – von ÖVP, SPÖ und Grünen die Gescheiten abziehen, die anderen sollen dort bleiben. Jedenfalls, die ganze Plakat-auf-Bäume-Kleberei: nette Geschichte.

Und zu guter Letzt noch die frohe Botschaft: Auftrag für eine Geschichte eingetrudelt, ebenfalls für den Falstaff, für die ich das ganz Böse, das furchtbar Wilde, das ungezähmt Räudige zu bändigen haben werde. Gestern erhielt ich Kunde aus Salzburg: Ich bekomme das Raubtier für ein paar Tage zu Testzwecken und kündige Ihnen hier nur an: 550 PS, Höchstgeschwindigkeit 300 km/h und ein hysterisches Fauchen als Motorgeräusch, als wäre der Wagen nicht von dieser Welt. Ich werde ziemlich schnell zwischen Graz und Wien unterwegs sein, Ende Mai und Anfang Juni. Den Radargeräten der Bullen, die ich ja sowieso nicht mag (die Bullen, die Radargeräte sind voll okay) werde ich einfach als Strich in der Landschaft enteilen – dort, wo sonst die Nummerntafel auf den Bildern zu sehen ist.

Und P.S: Falls irgendein völlig humorloser Amts-, Würden- oder sonstiger Träger aus den Reihen unser tapferen Polizei oder ein mit Polizisten befreundeter beziehungsweise verwandter Rechtschaffener im letzten Satz oben die Ankündigung eines Gesetzesbruchs zu entdecken glaubt: Das ist nicht ernst gemeint. Es ist: Spaß! In der Offenlegung dieses Blogs steht´s eh drin. Also entspannt euch.

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