Die Häuser des Sommers

Ich habe Grund zum Grienen. Der Sommer ist da, er schickt mir – und natürlich Ihnen auch, liebe Blog-Leser – blaue Himmel, freundliche Temperaturen, genug Sonne zum Fröhlichsein, ein wenig mehr Muße als sonst. Er versorgt uns alle aber auch mit Fernweh.

Das ist die Zeit, zu der die Wacheren unter uns für gewöhnlich daran denken, wie es wäre, auch noch woanders zu wohnen. Wo das Leben molliger ist, die Härten abgefedert sind, die boshaften Überraschungsangriffe des Alltagslebens abgearbeitet oder einfach nicht vorhanden. Und so weiter. Dann versorgen wir uns selbst mit der Möglichkeit des Liebäugelns mit einem Zweitwohnsitz für das Leichtere im Dasein. Einem Ferienhaus also, irgendwo, wo es schön ist. Bildschirmfoto 2014-07-03 um 13.02.29Mein Job während der vergangenen Tage: Die FORMAT-Coverstory über leistbare Ferienwohnsitze zu recherchieren und zu schreiben. Das ist ja irgendwie das – einzige – freundliche Gesicht der Krise: Sie ließ in einigen Ländern, mit denen es rapide bergab ging, die Immobilienblase implodieren und die Preise purzeln. In Spanien, in Portugal, in Griechenland und auch – merkt auf, meine lieben grünblütigen Freunde in Österreich und der Welt – in Irland.

Diese Recherche bescherte mir Bilder schönster Zweitwohnsitze in halb Europa, auf Fotos Ausblicke in endloses Indigo, auf saftige grüne Wiesen, Anblicke manikürter Kaminfeuer, gepflegter Pools und sorgfältig aufgetragener Terrassen-Dinner, sie schickte mir weißgekalkte Wände und blaubemalte Markisen ohne Ende, ich will das gar nicht weiter… Eine frustrierende Sache, sage ich Ihnen. Denn nichts von all dem kann ich mir leisten. Du sitzt da also im Sommer zu Hause, siehst Bilder aus der schönen Welt von Häusern, die gar nicht einmal mehr so teuer sind – und weißt: Weil du als freier Journalist sowieso arm wie eine Kirchenmaus bist und dein Kreuz der ans Hungertuch geknoteten Autorenschaft mit edlem Mute trägst – also gut bezahlte PR-Schreibjobs nur in ganz seltenen Ausnahmefällen annimmst – wird das für dich einfach nie gehen.

Aber Sie, liebe Blog-Leser! Ich weiß ja: Praktisch alle von Ihnen sind schön, elegant, kosmopolit, erfolgreich und blitzgescheit. Das Leben meint es völlig zu Recht gut mit Ihnen. Für Sie ist das ein Klacks. Ab 250.000 Euro sind Sie schon recht ordentlich dabei. Was und wo und wie genau lesen Sie im FORMAT, das morgen erscheint. Ich wünsche Ihnen ein schönes Leben in Ihrer neuen Zweitbehausung und würde mich freuen, wenn ich und der Kollege T. mit unserer Geschichte etwas dazu beitragen konnten, dass Sie sie gefunden haben.

P.S. Erlauben Sie mir noch eine ganz persönliche Anmerkung, ohne die es mo chroí éireann einfach nicht tut: Vor einiger Zeit erzählte ich Ihnen in einem Blogpost von „Glór na mara“, dem schönen Stein-Cottage auf Achill Island an Irlands wilder Westküste. Es steht derzeit nicht zum Verkauf, weil – ach, eine traurige Geschichte an sich. Doch es gibt insgesamt drei dieser Cottages, die sich eine Hamburger Architekten-Sozietät an den Atlantic Drive gestellt hat, und die einander sehr ähneln. Auch davon können Sie im FORMAT lesen. Teacht

Doch schon hier und jetzt möchte ich Ihnen  „Teach na Gaoithe“ zeigen, das „Haus der Winde“. Es ist womöglich noch ein wenig schnicker als Glór na mara, und man kann es kaufen – gemeinsam mit 17.000 Quadratmetern Grund und fertigen Bauplänen samt Baubewilligung für ein weiteres Cottage, ein „Artist Studio“, in unmittelbarer Nachbarschaft. Wir würden uns wünschen, dass dort Künstler einziehen, sagt die aktuelle Besitzerin, die es mit ihrem Mann zurück nach Europa, nach Berlin verschlug. Ich war schon einmal vor Ort und sage Ihnen: ein Blick ins Unendliche, außerirdisch außerirische Sonnenuntergänge, ein magischer Platz. In jener Gegend in Rufweite zur Stadt Westport, deren Surroundings die renommierte Irish Times als „die beste Wohngegend Irlands“ beschreibt.

Teacht_2Sie könnten dort schon bald im Liegestuhl sitzen und auf den endlosen Atlantik schauen, an dessen Ende Sie ungefähr New York wissen werden, das wird Ihnen die Seele weiten. Schreiben, Malen, Komponieren – was auch immer. Der wunderbarste Platz dafür, glauben Sie mir das. Just a perfect retreat. Schicken Sie mir ein Mail, wenn die Sache Sie interessiert, ich habe detaillierte Unterlagen und Fotos, kenne den Preis und vermittle Sie gerne an die Besitzer weiter. Sie können denen natürlich auch direkt ein Mail schicken: mail@ib-schulz.info. Richten Sie schöne Grüße von mir aus.

Und falls Sie kaufen: Bitte lassen Sie mich dort dann eine Woche lang zu Besuch sein und eine Geschichte schreiben. Als kleines Dankeschön für den Tipp. Ich halte Ihnen und mir die Daumen, dass es klappt.

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