Tschüss, liebe Dreier.

Die Mobilfunkanbieter in Österreich sind manchmal ein richtiger Schatz. Großspurig in der Werbung und beim Ankündigen, miserabel beim Service. Beispiel: Drei.

Seit Tagen versuche ich, über die Website zu erkunden, was ein neues Handy kosten würde, weil mein altes langsam seinen Geist aufgibt. Dass iPhones zwar teuer sind, aber nicht allzu lange halten, ist eh bekannt, aber eine völlig andere Geschichte… Ich bin jedenfalls bei Drei Small-Business-Kunde wider Willen (früher One, bis die von Orange übernommen wurden, bis die von Drei übernommen wurden) und dort, so vermute ich, wohl in irgendeinem Programm, von dem ich nichts weiß und zu dem ich mich nicht angemeldet habe, das aber den Kauf eines neuen Mobiltelefons billiger macht. Gegen jahrelange Bindung selbstverständlich, aus reiner Menschenfreundschaft rühren weder die bei Drei noch die bei T-Mobile noch die bei A1 einen Finger.

Bildschirmfoto 2014-10-03 um 12.41.32Bloß: Es gelingt mir nicht. Ich muss mich nämlich dazu in die Kundenzone von Drei einloggen. Damit ich das kann, muss ich jedoch zuerst einen SMS-Freischaltcode anfordern. Wann immer ich das versuche, gibt die Drei-Website mir eine Fehlermeldung und sagt, ich soll es später wieder probieren. Technische Probleme. Wie gesagt, seit Wochen. Also klickte ich heute entnervt „Kontakt & Hilfe“ an. Das führt zu einem Kontaktformular (voll kundenfreundlich, liebe Dreier, so hat man das in der Internet-Steinzeit der 1990er-Jahre gemacht) – aber erst, nachdem man sich in der Kundenzone eingeloggt hat. Was ich nicht kann, weil Freischaltcode notwendig – den ich nicht bekomme, weil eben: technische Probleme. Die haben ihren Kafka echt voll gut drauf, die bei Drei.

Natürlich werden Sie jetzt einwenden, dann gehst halt in den Kundenshop, du fauler Lackel, alles vom MacBook aus zu erledigen ist eh ungesund, das viele Sitzen schädigt die Bandscheiben und ein paar Schritte tun außerdem deinem Bäuchlein gut…

Habe ich gemacht, liebe Blog-Leserschaft, zweimal bereits sogar. Ich machte mich auf den Weg durch den lauschigen Grazer Stadtpark, schlenderte die pittoresk schöne Sporgasse hinunter in Richtung Hauptplatz, wo Drei seinen Shop ausgesprochen geschmacksverwirrt in ein schönes mittelalterliches Stadthaus hinein gebrochen hat. Ich neige fast eher zur Formulierung „hinein verbrochen“, aber das tut hier nichts zur Sache. Dort im Geschäft: zwei, drei gelangweilte und außerdem auf den ersten Blick als genervt erkennbare Mitarbeiter, dafür jedoch zwei oder drei Dutzend wartende Kunden. War das ein Gedränge, Gemurmle, Geschiebe und Gerammel, außerdem alles bei gefühlten 40 Grad, weil die Klimaanlage in dem finsteren und engen Schlauch, den das Drei-Geschäft darstellt, für die vielen Menschen wohl unterdimensioniert ist.

Dort ein oder zwei Stunden warten, bis der überforderte Mensch hinter dem Schalter mit einer einfachen Auskunft herausrückt? Lieber nicht.

Dann schon besser wieder heim, es neuerlich über die Website versuchen. Dass das nach ungezählten Probeläufen immer noch nicht klappt und Drei seine technischen Probleme nicht in den Griff bekommt – oder nicht will, was weiß man, ist ja ganz schön mühsam, so eine Website zu warten, und schließlich haben sie mich eh schon als Kunden, dem monatlich sein Obolus abgebucht wird – ist natürlich ärgerlich. Das geht sicher auch anders, um einen Drei-Werbeslogan zu bemühen.

Ganz anders. Zum Beispiel, indem ich aufgebe und zu einem Mitbewerber wechsle. Tschüss, liebe Dreier! Gehabt euch wohl. Aber in Zukunft ohne mich.

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