Ujegerl. Aber erstmal danke.

Auweh, Wespennest, eh nur ein ganz kleines, intimes, harmloses. Aber doch hinein gestochen.

Ich bin ja auch nur ein ganz banaler Eitler. Also dachte ich mir: Twitterst einfach eine Art Teaser zur Glosse im nächsten FORMAT, das morgen erscheint, und die ich verfasst habe. Quasi Spannung erzeugen. Damit vielleicht morgen dann ein paar Menschen mehr zum nächstbesten Kiosk pilgern, um ein Heft zu kaufen, meine Glosse zu lesen und sich entweder zu denken: So ein Trottel. Oder: Gar nicht lustig. Oder: Hat was. Oder unter Umständen ja sogar: Hey, voll cool.

Bildschirmfoto 2014-11-06 um 16.11.47Wie auch immer, ein kurzer Tweet also. Erreicht eh nicht allzu viele Menschen, weil ich als kleines Licht in der heimischen Medienlandschaft nicht über besonders viele Follower verfüge. Gleich meldeten sich jedoch junge Neos, die übrigens allesamt meine Sympathie haben. Ihr ehemaliger Chef zum Beispiel, mit einer sarkatischen Antwort. Das, lieber Nikolaus Scherak, ist total okay, kühl. Augenzwinkern ist immer gut und sowas mag ich. Genau so – ohne jeden Sarkasmus jetzt – stelle ich mir junge, moderne und unverkrampfte Politiker vor. Schießt einer dich oder deine Freunde an, bleibst du lässig, und gibst ein lockeres Antworterl, über das alle schmunzeln können. Thumbs up!

Auch Douglas Hoyos, der Protagonist der Glosse, der darin nicht besonders gut wegkommt (war auch wirklich ungeschickt, dieses Presse-Interview vor ein paar Tagen, ehrlich jetzt): Er erwiderte zwar nichts, aber folgt mir als erste Reaktion jetzt auf Twitter. Respekt, eine souveräne Aktion auch dieses. So geht man distanziert und professionell mit Kritik um.

Bildschirmfoto 2014-11-06 um 15.50.32Nicht ganz so lässig ein anderer der Junos, der Parteijugend der Neos. Da kam ein Tweet retour mit der inquisitorischen Frage, ob ein seriöser Journalist so zwitschern darf. Erstmal danke – dafür, dass Sie in mir einen seriösen Journalisten sehen.

Und dann: Ja. Ich glaube, so ein Tweet geht schon. Moderne Politiker, die voll auf Social Media setzen, halten das aus. Nebenbei: Sowas bestärkt eh nur die eigene Anhängerschaft in ihrem Enthusiasmus. Und schwankende vielleicht-Wähler einer Partei wie der Ihren finden Meinungsvielfalt sowieso gut, sind erwachsen genug für eine differenzierte Meinung, und wollen außerdem Medienvielfalt. Die sehen so eine Glosse und so einen Tweet womöglich ja glatt auch ein bissl als Entertainment, das zur Show gehört. Außerdem ganz ehrlich: Wer thematisch so ungeschickt vorgeht wie die Junos derzeit, der muss sich ein wenig Sarkasmus und Kritik von der Journaille schon gefallen lassen. Ist ja eh alles nicht so dramatisch.

Aber um die jungen pinken Nerven zu beruhigen erlauben Sie mir, liebe Blog-Leser, ein kleines Outing:

Ich finde die Neos super.

So eine Partei braucht unser Land dringend. Die Junos zwar, ganz ehrlich und offen, ein bissl weniger dringend, und ein wenig mehr Nachdenken vor dem Handeln wäre auch nicht schlecht. Doch bin ich andererseits überzeugt, dass man Parteijugend-Organisationen alles mögliche an Fehlern, Blödheiten, Übers Ziel Schießen und was auch sonst immer gestatten muss. Wir wollen ja später keine Politiker mit gequaderten Allerweltsköpfen, sondern schlaue Leute, die selbständiges Denken und Handeln gewohnt sind und Führungsqualitäten haben. Die bekommen wir nicht, wenn wir sie von Haus aus duckmäusern lassen und Hinsichtl und Rücksichtl in Sachen Wählerstimmen zur obersten Prämisse erheben. Ich finde, die Neos machen das ganz ausgezeichnet und die Konsequenz, mit welcher der pinke Chef Matthias Strolz die vergangenen zwei Wochen das Vorpreschen seiner Jungen ausgebadet hat, war bewundernswert. Kein Vergleich mit dem würdelosen Herumeiern, das die anderen Parteien, Grüne diesmal leider eher eingeschlossen, in solchen Fällen an den Tag legen.

Passt also schon, was ihr macht, liebe Junos. Aber bitte geht mit Kritik so entspannt wie möglich um. Ich würde euch gerne ein positiv-Beispiel geben, das eines eurer eigenen Mitglieder betrifft: Ich kritisierte vor einiger Zeit eine Junossin (kann man das so sagen?) ganz ordentlich und die Sache war vermutlich sogar ein wenig verletzend, was mir leid tut. Aber eure Kollegin schrieb damals einen voll relaxten Kommentar zum Blogpost, sehr professionell, sehr respekteinflößend. So macht man´s, wenn man über den Dingen steht und einem aufmüpfigen oder vielleicht sogar selbstgerechten Journalisten vermitteln will: So leicht lockst du mich nicht aus der Reserve. Ihr könnt das alles nachlesen, indem ihr auf den Blogpost „Verhofstadt“ klickt.

So. Und weil wie gesagt das alles in der österreichischen Politik sowieso irgendwie Show ist, mache ich darauf aufmerksam: Mit diesem Blogpost hier will ich nicht nur Entertainment liefern – sondern unter anderem auch das Ziel verfolgen, dass Sie, liebe Leser, morgen ein FORMAT kaufen und die Glosse „Manchmal schon ein klein wenig gaga“ lesen. Danke für Ihre Aufmerksamkeit!

P.S. Und nix für ungut, Douglas Hoyos, danke fürs Folgen auf Twitter!

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