Fifty Shades of Au

Ich weiß schon, Sie werden jetzt sagen: Alter Mann, über diese juvenilen Jahre, in denen es cool wirkt, ein bissl was Schlüpfriges zu schreiben, sind Sie weit hinaus! Blog-Leser, die mich persönlich kennen, werden vielleicht sogar zur Formulierung neigen: Oida, hast leicht ein Problem?

Bildschirmfoto 2015-02-11 um 13.06.10Habe ich nicht. Aber es gefällt mir, welcher Trend sich neuerdings seit der filmischen Umsetzung des schlecht geschriebenen, aber weltweit umso erfolgreicheren Sexbuches „Fifty Shades of Grey“ abzeichnet. Der Süddeutschen Zeitung etwa entnehme ich: Seit der Veröffentlichung des Buches – und mehr noch des Films (den meisten Menschen macht es halt doch mehr Mühe, zu lesen, als blöd auf eine Leinwand zu starren) – haben die Krankenhausaufenthalte in Folge Verletzung nach zu kompromissloser Durchführung ungewöhnlicher sexueller Praktiken drastisch zugenommen. Das kommt halt davon, wenn die Leute zwar wollen, aber mangels Training nicht können. Die Amis sind nun mal – aber für uns Österreicher gilt das genauso – viel zu sehr eine biedere Spießergesellschaft, die es üblicherweise bei der Missionarsstellung bewenden lässt, um jetzt plötzlich übungs- und daher unfallfrei von Null auf Hundert umzuschalten und auf Ausgefallenes zurückgreifen.

Ehrlich: Was wollen Sie denn, zum Beispiel hierzulande, in Sachen erotischer Raffinesse groß von einem Volk erwarten, das sich hauptsächlich per Konsum der Fernsehsendung „Musikantenstadl“ vergnügt?

Wenn man dann, inspiriert durch einen Banalroman ohne viel Handlung, einmal was Ungewöhnlicheres probiert, sagen wir zum Beispiel … Nein, sagen wir lieber nichts, das hier ist ja ein züchtiges Blog. Jedenfalls muss der Versuch dann fast zwangsweise beim Arzt enden. In den USA, sowieso Hort of the total verlogene Prüderie, geht die Angelegenheit noch weiter. Dort rüsten sich die Baumärkte inzwischen vermehrt mit aufgestockten Lagerbeständen an Kabelbindern und sonstigen Utensilien des täglichen Heimwerkerbedarfs, die man unter Umständen auch dazu verwenden könnte, es zu tun, wenn man es einmal ganz wild und verrucht tun will. Gefällt mir.

Ich überlege jetzt sogar, aus Gründen der Generalprävention in Sachen Volksgesundheit jene vier leeren kleinen Cola-Flaschen wieder zu entfernen, die ich in meinem Grazer Zweitappartment als Dekoration aufgestellt habe, das ich ab sofort als Ferienwohnung zu vermieten gedenke. Man weiß ja nie, wer da als Gast kommt und was so einem Pärchen in enthusiastischer Fifty-Shades-of-Grey-Er-und-Sie-Urlaubslaune alles einfällt.

Sorry für diese kleine Geschmacklosigkeit. Aber sollte ich Sie inspiriert haben und Sie es demnächst einmal als Auswärtige in Graz unter Einbeziehung von Cola-Flaschen tun wollen (pfui aber auch, Schluss jetzt damit), gebe ich Ihnen hier im Blog demnächst gerne die Webadresse bekannt, unter der Sie buchen können.

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