Mit dem Teamchef sprechen

Jeder will den Teamchef bei einem seiner Seminare dabeihaben, sagt Marcel Koller, aber ich mache das nicht, weil ich zu wenig Zeit habe.

Es geht um Managementtechniken, die in der Unternehmensführung wie im Fußball gleichermaßen eingesetzt werden können, ich hatte dazu ein Interview mit dem Schweizer Trainer der österreichischen Fußballnationalmannschaft. Und ich hatte dieses Interview gerne, denn Koller ist ein formidabler Teamchef und ein interessanter Gesprächspartner. Nicht nur, weil er Erfolg hat – und wer hatte den mit Österreichs Kicker-Elite zuletzt schon? Sondern, weil er so ein angenehmer Mensch zu sein scheint. Er redet ungefähr ein Viertel dessen, was sein – erfolgloserer –  Vorgänger so von sich gab. Sagt dabei inhaltlich aber ungefähr das Zehnfache, was eine super Kombination ist. Und: Koller sagt fast nur Gescheites. Fällt ihm nichts Gescheites ein, hält er lieber den Mund. Eine noble Eigenschaft, die vielen Fußballtrainern leider fehlt. Sehen Sie sich zum Beispiel TV-interviews mit den Herren Kühbauer, Hütter oder jüngst auch – und vor allem – Ogris und Polster an und denken Sie dann über das Verhältnis zwischen Qualität und Quantität des Gesagten noch einmal genauer nach.

Jedenfalls, Marcel Koller. Es ist schon eines der tollsten Privilegien, die mein Beruf mit sich bringt, dass man mit spannenden Leuten beinahe nach Belieben sprechen kann, an die man sonst nie herankäme. Selbstverständlich weiß ich, dass das nichts mit meiner Person zu tun hat, sondern nur mit meinem Job. Schriebe ich nicht für bekannte Magazine, würden die Herrschaften nicht einmal ein einziges Wort mit mir wechseln. Aber so genieße ich eben gerne den Vorteil, dass zum Beispiel der Teamchef, obwohl er keine Zeit für Seminare oder so etwas wie themenfremde Interviews hat, sie sich dann doch nimmt, um mit mir über die Gemeinsamkeiten von CEOs und Fußballtrainern zu sprechen. Es war zwar ein eher kurzes und auch ein bissl mühsames Interview, eben weil Koller halt nicht so viel und nicht so gern redet, wenn es nicht um sein angestammtes Thema an sich geht. Aber interessant war es trotzdem.

Und Koller ist soweit Profi, dass er trotz knapper Termine auch noch das in diesem Fall eh ziemlich blitzartig absolvierte Fotoshooting mit Ian Ehm geduldig über sich ergehen ließ. Blitzartig hieß vergangenen Montag: Runter aus dem ÖFB-Büro in die Happel-Stadion-Katakomben, zickzack Sponsoren-Sticker aufs Sakko geklebt, ruckzuck eine Location gesucht, ratzfatz Beleuchtungsequipment aufgestellt, knipsknipsknips, Sponsorsticker wieder abgenommen, das war´s auch schon. Zehn Minuten, vermutlich ein neuer Rekord in der professionellen Porträtfotografie. Thx Ian, bist der Beste!

Nachlesen können Sie das alles als Covergeschichte eines Kollegen im Format, das heute erschienen ist, zu der ich neben dem redaktionellen Handling auch den einen oder anderen Aspekt beigetragen habe. Es geht darin um die neue und in vielerlei Hinsicht begnadete Generation jener Fußballtrainer, die so ganz anders agieren als ihre Kollegen vor zehn oder 20 Jahren. Ich sage nur: Roger Schmid, Jürgen Klopp, Luis Enrique, selbstverständlich His Royal Highness Josep Guardiola, und auch der in all seiner Selbstverliebtheit eigentlich durchaus ein bissl unnötige José Mourinho.

Naja, wissen Sie was? Kaufen Sie sich doch einfach das Heft und lesen Sie selbst…

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