A preview of things to come

Gutes Timing. Exakt in jener Woche, in der die heimische Innenpolitik von der FPÖ-Regierungsbeteiligungsdiskussion im Burgenland und in der Steiermark so richtig durchgerüttelt wird, muss ich über all das nicht schreiben, weil ich frei habe. Ich sag´s, wie es ist: Das erspart mir das Kotzen.

Allerdings ist es derzeit mühsam, das Haus zu verlassen. Ich habe ja Gott sei Dank fast nur vernünftige Freunde und Bekannte, die über genug Basisanstand und -intelligenz verfügen, angesichts einer möglichen burgenländischen oder steirischen Regierungsbefugnis für die Blauen in Entsetzen auszubrechen. Daher fragen mich, den Steirer in Wien, derzeit alle: Sag einmal, was ist den bei euch da unten los?

Just a preview of things to come, antworte ich dann und übe damit bereits mein internationales Idiom, weil ich fürchte, dass Auswandern spätestens 2018 eine Option sein wird müssen.

Denn folgendes Szenario: Selbstverständlich wird sich der miserabelste aller Landeshauptleute, der Niederösterreicher Erwin Pröll, allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz von der ÖVP für die Bundespräsidentenwahl aufstellen lassen. Und wird womöglich auch noch tatsächlich gewählt – weil, ich zitiere hier den gescheiten steirischen ÖVP-Dissidenten Gerhard Hirschmann, „der Wähler ein Trottel ist“ und außerdem der vermutliche SPÖ-Gegenkandidat Hundstorfer ein Leichtgewicht sowie der Grüne van der Bellen, sollte er antreten, trotz allem nur Zählkandidat. Glauben Sie mir: Pröll hätte null Bedenken, nach der Nationalratswahl 2018, welche vielleicht die FPÖ an die erste Stelle spülen könnte, den Unaussprechlichen mit der Regierungsbildung zu beauftragen. Und dass die ÖVP zu jeder koalitionären Schweinerei bereit ist, wenn sie dafür nur einen kleinen Anteil an der Macht behalten darf, wissen wir seit der seinerzeitigen Schüssel-Blamage.

Die SPÖ ist nur unwesentlich besser, wie wir soeben im Burgenland erfahren können. Eine demaskierende Sache. Kurios auch, dass der in dieser Frage einzig Anständige, der steirische noch-Landeshauptmann Voves, wohl seinen Hut nehmen und von der politischen Bühne verschwinden wird. Ich wage folgende Prognose: Die streunenden Steirer-Truppen des schwarzen Parlamentsclub-Chefs Reinhold Lopatka, die irgendwie so ein bissl die dunkle Seite der Macht sind, werden den harmlosen steirischen VP-Chef Schützenhöfer in eine Koalition mit der FPÖ zwingen. Natürlich wird Voves dann das nach der Wahl erfolgte Zurücknehmen seines Versprechens von vor der Wahl („erhalte ich weniger als 30 Prozent, betrachte ich mich als abgewählt) zurücknehmen und zurücktreten. Die schlimme schwarze steirische Truppe (wenn Sie den ZiB-2-Auftritt des Landesgeschäftsführers Drexler am Wahlabend gesehen haben, wissen Sie, was ich meine) wird die Steiermark als Kollaborateur blauer Bösartigkeit ins Chaos führen.

Was soll ich also schon groß sagen, wenn mich wer fragt, was da unten im Süden Österreichs los ist. Die spinnen alle, sage ich dann, und der Wähler ist ein Trottel, und ihr werdet´s euch im Herbst in Wien schon noch alle anschaun, und auch noch:  Ich würd in ein paar Jahren sowieso gerne irgendwo am Meer wohnen.

Bloß kann ich mir ein Haus auf Madeira oder in Irland leider nicht leisten. Aber ich denke da bereits über ein Crowdfunding-Modell für auswanderungswillige Entsetzte nach, die bereit wären, mit mir im Exil in der Nähe irgendeines Strandes zu logieren. Besser nämlich, man schaut auf das blaue Meer hinaus als in die blaue Fratze hinein. Schöne Frauen werden als spendende Mitwohnende bevorzugt behandelt (das war jetzt natürlich ein kleines, unpassendes Scherzerl!).

Dabei wäre alles eigentlich ganz einfach: Die FPÖ nicht zu wählen ist eine Frage der Intelligenz. Die FPÖ nicht in eine Regierungsbeteiligung zu hieven, egal ob auf Bundes- oder Landesebene, ist zusätzlich auch noch eine Frage der Anständigkeit. Wir alle bräuchten also bloß ein wenig mehr nachdenken, bevor wir am Wahltag unser Kreuzerl machen. Und die Politiker müssten nur über ein etwas höheres Schamniveau verfügen, was aber als Folge größerer Nachdenkbereitschaft der Wähler in der Wahlzelle irgendwann dann ohnehin automatisch der Fall wäre.

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Ein Gedanke zu “A preview of things to come

  1. Der Pannonische Landesfürst holt die FPÖ ins Schloss – und der niederösterreichische Landeshauptmann ist prompt ab 2018 der Schurke im Stück. Mea maxima culpa: Aber für diese Politanalysen über drei Banden bin ich nicht intelligent genug. Vielleicht nicht ganz so ein Trottel im Sinne des Hirschmann – Puchleitner – Theorems über den Niedergang des Furors Styriae, aber eben nicht der Durchblicker dieser dritten Dimension der politischen Langfrist – Analyse.
    Bleiben mir wohl nur bescheidener , autochtoner Hausverstand und die Erkenntnis, dass der geschätzte Klaus Puchleitner auf der Suche nach einem anderen Volk ist. Da ist er nicht der Erste, aber vielleicht findet er als überzeugter Grazer das Elektorat, das er sucht. Bis dahin sollte man wohl alle Wahlgänge wegen offensichtlichen Kollektivirrtums eines guten Viertels der Bürger aussetzen. Aus demokratiepolitischen Gründen, versteht sich…
    Milan Frühbauer

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