Die gute Nachricht

Natürlich weiß ich auch nicht mehr als alle anderen – wer Bundespräsident wird, ist völlig offen. Kann sein: Norbert Hofer. Kann sein: Alexander Van der Bellen. Persönlich bin ich ziemlich sicher, dass es sich für Van der Bellen ausgehen wird, heute Abend werden wir das wissen. Ich weiß aber jetzt schon, dass diese Bundespräsidenten-Wahl – ganz egal, wie sie ausgeht – eine gute Nachricht bringt.

Es ist nämlich ab sofort alles ganz leicht. Wir müssen nur genau hinsehen und die richtigen Schlüsse ziehen.

Bildschirmfoto 2016-05-23 um 10.03.12Ein einziges Chart der SORA-Wahlanalyse sagt alles: 73 Prozent jener Menschen, die über Matura und / oder Hochschulabschluss verfügen, haben Van der Bellen gewählt. Und nur 27 Prozent Hofer. Vier von fünf Hochschulabsolventen entschieden sich für Van der Bellen, nur einer für Hofer. Anders gesagt: Wer über Bildung verfügt, wählt nicht rechts. Wollen wir also verhindern, dass Österreich irgendwann in der Zukunft doch noch ein Land der menschen- und minderheitenfeindlichen Rechtsextremen wird, müssen wir nur in die Bildung investieren.

Nehmen wir also viel Geld in die Hand, wirklich viel Geld, und stecken wir es in Ausbildung und Auswahl von Kindergärtnern, Volksschul-, Hauptschul- und Gymnasiallehrern und ins Personal der Universitäten. Stecken wir es in die Ausstattung der Kindergärten, der Schulen und der Hochschulen. Sorgen wir in der Folge dafür, dass die Unterscheidung in Hauptschul- und Gymnasiallehrer in dieser Form gar nicht mehr nötig ist, weil wir endlich ein modernes System der Gesamtschule einführen. Kümmern wir uns um eine bessere Erstbildung unserer Kleinsten, eine bessere Ausbildung der Jugend und um eine bessere Weiterbildung der Erwachsenen. In zehn Jahren werden dann extreme rechte Politiker wie Hofer oder Strache und rechtsextreme Parteien wie die FPÖ keine Chance mehr beim Wähler haben. Gut, vielleicht dauert es auch 15 oder sogar 20 Jahre – aber dann hat sich das Thema endgültig erledigt.

Das alles hätten wir natürlich auch wissen können, ohne dass wir jetzt einige Wochen und einen Tag zittern mussten, ob ein extremer Rechter – und Norbert Hofer wird in sehr vielen Ländern als extremer Rechter eingestuft – womöglich Bundespräsident wird. Aber nun hat es eben diese Wahl gebraucht, uns das noch einmal vor Augen zu führen. Soll sein. Doch jetzt wissen wir es. Das ist eine gute Nachricht.

Wir müssen nur noch entsprechende Handlungen setzen. Doch wenn wir schon eine Statue der Pallas Athene, der griechischen Göttin der Weisheit, vor unserem Parlament stehen haben, sollte das zu schaffen sein. Der neue Bundeskanzler ist gefordert. Der scheint tatsächlich ein fähiger Mensch zu sein, also ist nach Jahren der Finsternis vielleicht plötzlich ein wenig Licht am Ende des Tunnels erkennbar. Und sollte heute Abend ein für die Zukunft Österreichs günstiger Wahlausgang feststehen und das Duo Kern / Van der Bellen ab Sommer dann an der Spitze des Landes stehen, gibt es ja glatt einmal Grund für ein wenig politische Zuversicht.

Copyright Aufmacherbild: Schaub-Walzer / PID

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