Golf mit Tom Hanks

Ich will nicht prahlen, aber ich habe bereits mit Tom Hanks Golf gespielt. Mit Sandra Bullock auch.

Die Runde mit Tom fand auf Bull Island statt, jenes der irischen Hauptstadt Dublin vorgelagerte Dünen-Inselchen, das die beiden Golfkurse „St. Annes“ und „Royal Dublin“ beherbergt. Am Royal Dublin, dem berühmteren der beiden, einem der ältesten Golfkurse der Welt und der Britischen Inseln sowieso, sind sie ein wenig eigen und lassen nicht jeden rein. Frauen zum Beispiel eher nicht so gern, was wirklich, wirklich hinüber ist. Fremde mögen sie auch nicht besonders. Ob wir – ein Grüppchen deutscher und österreichischer Golfjournalisten – dort ausnahmsweise aufteen durften, weil uns der irische Tourismusverband Abschlagzeiten besorgt hatte, oder weil wir in Gesellschaft von Tom Hanks aufmarschierten, ich weiß es nicht.

Jedenfalls kann ich berichten: Tom Hanks kennt sich beim Thema Golf super aus. Spielen kann er eher nur durchschnittlich, aber die Namen der Pros der European Tour hat er drauf wie nur was, er scheint sie auch alle persönlich zu kennen. Muss wohl Teil seiner Tarnung sein, denn er gab sich während des gesamten irischen Fünftagetrips, den er in unserer Gesellschaft verbrachte, als Adrian Grosser aus, das ist der Golf-Experte von Sky. (Sie sollten auf Adrains großartiger Website übrigens unbedingt einmal vorbeiklicken, wenn Sie Golf mögen.) Für uns hatte Toms Präsenz ausschließlich Vorteile, wir durften in jeden Club rein, die Kellner servierten uns Whiskeys und Essen aber auch schon sowas von molto rapido, frage nicht. Du wirst einfach VIP-mäßig bedient, wenn du als Entourage eines Filmstars eine Bar betrittst oder irgendeinen vorrangigen Service einforderst, den du sonst nie kriegen würdest. Auch in der Hotellobby, während ich mit Hanks ein Guinness trank, tanzten dauernd Autogrammjäger an – meistens weibliche, lauter irische Schönheiten, sexy, ganz offensichtlich willig, rothaarig und schmachtend wie nur was. Es ist optisch ein bissl das Paradies, mit Hanks ein Guinness in die Perestaltik zu kippen, sag ich Ihnen!

(Und nur falls Sie mir das alles nicht glauben: Ich habe von Tom beim Guinness-Trinken in der Lobby ein Foto gemacht, Sie sehen es ganz oben als Aufmacherbild. Also.)

Ich hatte so etwas ähnliches schon einmal Jahre zuvor, als ich in Südtirol Golfplätze und Hotels besichtigte und die Pressedame des Meraner Tourismusverbandes Sandra Bullock wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich sah. Da war ordentlich was los, als wir – ebenfalls ein deutsch-österreichisches Journalisten-Grüppchen – abends um die Häuser zogen! Die schönsten Frauen, die sonst nicht so richtig auf mein Aussehen und meinen in Sachen Damenwelt doch etwas unbeholfenen Steirer-Charme anspringen, warfen mir plötzlich ganz feurige Blicke zu. Einen Mann, der mit der berühmten Schauspielerin verkehrt, wollten sie alle haben. Weil ich doch eher ein Tölpel bin, ließ ich diesen ungeheuren Startvorteil beim sozialen Interagieren jedoch ungenutzt und wunderte mich nur.

Über Tom Hanks kann ich sagen: Er sieht nicht nur aus wie Golfjournalist Adrian Grosser, sondern er ist auch genauso umgänglich, ein richtig lässiger Typ. Seine Tarnung hat er sich offensichtlich mit Bedacht ausgesucht. Ich und ein Bamberger Kollege halfen ihm deshalb richtig gern aus der Patsche, als er spätnachts in der Hotelbar des feinen Portmarnock Hotels unsere Drinks auf sein Zimmer buchen lassen wollte, der Barmann aber Manderln machte, weil das Hotel damals aus irgendeinem Grund nach Mitternacht sowas nicht mehr im Programm hatte. Der wusste wahrscheinlich nicht, wen er da vor sich hatte. Weil Hanks nichts Bares mit sich führte, übernahmen Alex und ich mit Freuden. Wer kann schon von sich bnehaupten, Tom Hanks auf ein Bier eingeladen zu haben. Alex und ich können.

TrappSeltsam auch: Am nächsten Tag beim Abendessen traf ich den nächsten Superstar und fuhr mit Giovanni Trappatoni Lift, der im selben Hotel abgestiegen war und sich gar keine Mühe mit irgend einer Tarnung gab. Trapp kann sich gar nicht tarnen, der ist, wie er ist, den erkennst du auch dann noch, wenn er einen auf Pep Guardiola macht. Sie können die etwas kuriose Liftfahrt mit Trapp nachlesen, indem Sie hier klicken. Sie sehen ihn im Bild links, wie er sich danach an der Rezeption nach irgendwas erkundigt.

Mein Golf übrigens während der Runde mit Tom war von derselben Qualität, mit der die von ihm verkörperte Figur Forrest Gump seine ersten Versuche als Shrimpboat-Käptn startet: Ich verschoss genauso viele Bälle, wie Hanks als Gump im Film Shrimps nicht fängt. Ein Desaster.

Seither traf ich keine Celebrity mehr beim Golf, wenn man von Frank Stronach und Hansi Hinterseer absieht, von denen ich nicht so richtig behaupten kann, sie getroffen zu haben, weil ich wegschaute, so schnell ich nur konnte, als sie auftauchten.

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