Als ich es schon wusste

Das alte Jahr hört in Sachen Zukunft gut auf. Weil jetzt klar ist, dass wir zum ersten Mal seit Jahrzehnten eine Regierung bekommen, in der das Thema Zukunft tatsächlich eine echte Rolle spielt.

Die Grünen werden dafür sorgen. Ich bin mir da so sicher, weil ich deren Haupt-Protagonisten Werner Kogler aus meiner Zeit in der Innenpolitik-Redaktion des inzwischen verschiedenen Nachrichtenmagazins Format noch sehr gut in Erinnerung habe. Wir hatten damals immer wieder einmal miteinander zu tun. Der ist ein richtig guter Mann. Man kann ihm vertrauen, weil er nicht nur eine Ahnung von dem hat, was er tut, sondern auch über ein Anliegen verfügt, einen Plan, und überhaupt. Außerdem – einer, der in der U 21 von Sturm Graz gekickt hat und in der steirischen Landeshauptstadt zwischendurch immer wieder einmal das famose kleine Beisl von René Müller frequentiert, das kann kein Schlechter sein.

Natürlich ist nach den vergangenen eineinhalb Jahren, in denen die türkis-blaue Chaostruppe das Land moralisch und insgesamt an den Abgrund geführt hat, klar: Es kann nur besser werden. Doch davon unabhängig bin ich überzeugt: Die Grünen in der Regierung, das ist ein echter Lichtblick. Und was Werner Kogler betrifft, der jetzt Vizekanzler wird – da hatte ich sowieso schon immer eine Ahnung und wusste, was der kann und dass er jederzeit für ein Regierungsamt gut wäre.

Im Format-Interview aus dem Jahr 2013, als gegen Jahresende ebenfalls eine Regierungsbildung anstand, sprach ich mit ihm darüber, was er gerne wäre, schafften es die Grünen in eine Koalition, was dann jedoch nicht der Fall war. Kogler blieb bescheiden und ließ sich keinen Wunschjob entlocken – nur, dass es theoretisch schon spannend sein könnte, Finanzminister zu sein. Sie können das nachlesen, indem Sie hier klicken. Und wie gesagt kann ich mich auch an den August 2011  gut erinnern, als ich Kogler ebenfalls für das Format eben im Grazer Café Promenade traf. Damals war gerade Weltwirtschaftskrise. Niemand kannte sich aus, was mit Euro, EU und so weiter passieren würde. Der studierte Ökonom Kogler schon, irgendwie. Es war schwerst interessant, wie er Zusammenhänge erklärte, aus dem Großen das Kleine herauslösen konnte, und ansonsten recht lässig für den Fotograf mit dem eigens mitgebrachten Fußball gaberlte und köpfelte, mitten im Café. Sehr zum Schrecken der Kellner, die ein bissl Angst um ihre Einrichtung hatten. Sie sehen das im Aufmacherbild, das Christian Jungwirth damals für das Format schoss.

Jetzt eben Vizekanzler statt Finanzminister, das ist auch in Ordnung. Die grüne Handschrift wird dem Vernehmen nach im neuen Regierungsprogramm durchaus heftig enthalten sein (man hat ja immer noch Kollegen im Innenpolitik-Journalismus, die trotz strenger Geheimhaltung was zu erzählen wissen, wenn man fragt). Das ist gut für Österreich, zweifellos.

Ich jedenfalls freue mich zum Jahresende für Kogler und die Grünen, weil: Regierung. Und ich hab es ja schon immer gewusst. Natürlich lag ich damals daneben, als ich Kogler ins Finanzministerium schrieb, aber meine Güte, Vizekanzler ist auch nicht schlecht. Die Chancen stehen gut, vermute ich, dass uns innenpolitisch und in Sachen sozialer Wärme 2020 ein Jahr bevorsteht, das besser sein wird als es die vergangenen 19 waren.

Zum ersten Mal seit langem: Grund zur Zuversicht.

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