Schifferlfahren

Yes, ein bissl bin ich tief drin in meinem innersten Ich in mikroskopischen Ansätzen ein Snob – nicht gern allerdings, und wohl eh nur in jenem Ausmaß wie jeder und jede von uns.

Jedenfalls muss ich zugeben: Ich bemitgliede am Mondsee einen Segelclub. Hauptsächlich deshalb, weil es gar nicht anders geht, besitzt du ein Boot und willst es irgendwo sicher vor Anker liegen haben. Die Blue Grape ist mir ja lieb und teuer, die will ich nicht an einer beliebigen Boje weit draußen im Wasser ihrem Schicksal überlassen, sondern weiß sie lieber in Sicherheit an einem Steg meines Vertrauens vertäut. Lassen Sie mich in diesem Zusammenhang kurz erwähnen, dass der Segelclub Schwarzindien – ja, Sie dürfen sich über den kuriosen Namen gerne lustig machen, aber den Ort Schwarzindien gibt es am Mondsee wirklich, was eine andere Geschichte ist, die ich Ihnen sicher noch einmal erzählen werde – lassen Sie mich also erwähnen: Der Segelclub Schwarzindien ist in Sachen Snobismus wirklich unverdächtig – sehr liebe Menschen dort, alles ganz normal, alles freundlich, alles bodenständig, Sie werden hier nichts Gspritztes vorfinden. Man kann sich wohlfühlen. Und seit mit M wieder eine Wirtin vor Ort ist, welche die Kulinarik sehr ordentlich betreibt, ist das überhaupt super.

Doch es geht heute um etwas anderes: Es geht ums Schifferlfahren. Und da steht seit jeher eine Frage im Raum, über die streiten sich die Schifferlfahrer überall und niemand kennt sich aus, selbst im Segelclub Schwarzindien nicht. Nämlich:

Wann sagt man Boot, wann sagt man Schiff, und wann sagt man Yacht?

Sehr passend, dass ich mich gestern mit Michael Frauscher für eine Story traf, die Sie in knapp zwei Wochen in einem heimischen Medium lesen können werden – wo und was und wie verrate ich Ihnen rechtzeitig drüben auf Facebook. Frauscher ist einer der Chefs der formidablen Frauscher-Werft am Traunsee, die ganz außerordentliche Yachten baut, von klein bis groß. Warum also nicht die Gelegenheit nützen und ihn fragen, der es ja wohl wissen muss? Wir standen in der großen Werkshalle an Deck einer bereits fertigen Luxusyacht – knapp 15 Meter lang, schwarz wie die Nacht und über eine Million Euro teuer, ein Ding aus einer anderen Welt, das auf die Abnahme durch seinen künftigen Besitzer wartete, einem deutschen Star-Architekten – und Frauscher erzählte mir ohnehin gerade Wunderstories aus dem Yachtbau.

Also, ich fragte:

Wann sprechen wir von einer Yacht und wann von einem Boot, Herr Frauscher?

Das wisse eigentlich niemand so genau, antwortete er, die Angelegenheit sei eine fließende und sehr oft der Beurteilung ihrer jeweiligen Betrachter überlassen. Frauscher bot mir jedoch die von ihm persönlich entwickelte Erklärung an, welche, so sagte er, ihm gegenüber bislang noch niemand schlüssig widerlegen habe können:

Eine Yacht ist es dann, wenn man zu ihrer Bewegung einen Käptn braucht. Kommt man ohne Käptn aus, ist es ein Boot.

Okay – und was ist dann ein Schiff, Herr Frauscher?

Ein Schiff sei alles, was kommerziellen Angelegenheiten im Sinne der Beförderung von Fracht oder Personen in nennenswertem Ausmaß diene und ebenfalls einen Käptn vonnöten mache, lautete die Antwort.

Gut, dann wissen wir das jetzt und haben etwas fürs Leben gelernt.

Jedenfalls, ich sah in der Frauscher-Werft, die zu den drei größten im deutschen Sprachraum und zu den zehn größten in Europa zählt, Boote in allen Entstehungsstufen. Kleine Elektroboote genauso wie große Boote mit Verbrennungsmotor  – die eigentlich Yachten sind, aber weil Frauscher einen sehr unprätentiösen Zugang pflegt und es lieber sieht, wenn die Eigner selbst pilotieren, was auch meistens der Fall ist, reden wir eben von Booten. Alle totaler Luxus, alle unglaublich cooles Design. Frauscher lässt bei Gerald Kiska zeichnen, wohl einer der bekanntesten Österreicher der Design-Zunft. Und dazu auch noch bei einem jungen, einheimischen Traunseer, der einen Namen trägt, kein Schmäh jetzt, welcher den Erfolg praktisch unwiderruflich vorgibt:

Der Mann heißt Stephan Everwin.

Ich meine: Everwin! Frei übersetzt: Gewinnt immer. So musst du einmal heißen. Ich sah einige Everwin-Entwürfe, die Frauscher-Werft hat nämlich Revolutionäres in Planung, und war begeistert. Nomen est Omen.

IMG_3797Jedenfalls, beim entspannten Plaudern an Deck des edlen schwarzen Architekten-Luxusmonsters, welches, erst einmal im Wasser um die Balearen, auf den Namen Xerxes hören wird, lernte ich bei zwei Fläschchen Eggenberger-Bier spannende Dinge über das Schifferlfahren. Michael Frauscher erzählt gern davon, und er ist der festen Überzeugung, wenn man auf einem Boot über Boote plaudere, müsse stets ein Bierchen zur Hand sein, was das Erzählen dann umso geschmeidiger werden lässt. Ich werde Ihnen in der erwähnten Story einige der Schnurren weitergeben. Auch ein paar Schrullen superreicher Eigner werden dabei sein, die in der Frauscher-Werft Boote in Auftrag gaben, die von ihrer Größe, Ausstattung und den Kosten her betrachtet eigentlich Yachten sind. Doch selbstverständlich ohne Namen, denn wir wollen ja diskret bleiben. Aber ein paar Kaliber sind schon darunter, soviel kann ich Ihnen verraten. Sie sehen den Werftchef Michael Frauscher jedenfalls im Foto links oben während unserer Plauderei, und die gewisse Unschärfe im Bild mögen Sie bitte dem Eggenberger-Bier zuschreiben und mir nachsehen.

IMG_3800Zum Abschied schenkte mir Michael Frauscher noch einen Spielzeug-Truck mit einem Frauscher-Boot drauf. Ich hab das schnell für dieses Blog fotografiert und werde es nun an einen Buben in meiner Verwandtschaft oder Bekanntschaft weiter schenken. Für Sie, liebe Blogleser und Innen, halte ich aber noch einen Tipp parat: Falls Sie daran denken, sich ein Wohnmobil anzuschaffen, vielleicht in der Pension oder so – überlegen Sie doch, ob nicht ein schniekes Frauscher-Elektroboot die bessere Wahl wäre. Frauscher hat auch kleine Design-Modelle im Programm, deren Anschaffungs- und Betriebekosten mit einem Camper vergleichbar sind. Sie tragen elitäre Namen wie San Remo, Alassio oder Mirage. Sowas will man doch haben, oder?

Falls Sie gustieren wollen: Klicken Sie hier.

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