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Puchleitner_07_16Schon immer.

Das war schon immer so. Ich wollte Journalist werden. Das geht in Graz aber schwer, wo ich aufgewachsen bin und auch heute noch lebe (zum Teil, zum anderen Teil in Mondsee, und dazu arbeite ich in Wien). Denn an seriösen Medien haben wir hier nur die Kleine Zeitung. Um mich damals im Wettbewerb um einen Job durchzusetzen war ich, fürchte ich, einfach nicht konsequent genug. Stattdessen studierte ich zunächst etwas ganz anderes: BWL, Karl Franzens Universität Graz. Ich will es kurz machen: Ich war der schlechteste Student meines Jahrganges. Buchhaltung war für mich ein spanisches Dorf und bei Bilanzierung wurde mir schlecht.

Vier Fehler sollst du machen.

Ich wechselte nach Wien, Publizistik. Das ging leicht von der Hand, aber ich brauchte Geld, also: full time Job neben dem Studium, in der PR-Abteilung einer Bank. Fehler Nummer 1. Wenn du in die PR gehst, kannst du nicht als Journalist arbeiten. Dann gleich noch Fehler Nummer 2: Ich begann einen Universitätslehrgang für PR. Also Zeitmangel, ich schmiss das Studium kurz vor dem Ende, das ging am leichtesten. Und nahm bald darauf einen Job in der Redaktion des Wochenmagazins „industrie“ an. Das war okay, denn ich: Journalist. Nach Jahren kam das Jobangebot einer PR-Agentur, gut bezahlt, Firmenwagen, eine sexy Chefin und so weiter. Ich wechselte. Fehler Nummer 3. Nach viel Zeit in der PR, ich war inzwischen Kommunikationschef eines großen Unternehmens geworden und hatte danach meine eigene kleine Agentur, sagte ich mir: Aber warum denn das, du wolltest doch schreiben. Ich gründete, so ganz nebenbei, ein Golfmagazin. Das war zwar Fehler Nummer 4 (der mich meine Ersparnisse kostete, mit denen sich der Kauf einer feisten Einfamilienwohnung ausgegangen wäre), aber: Es war ein guter Fehler.

Denn ich merkte schnell, ich will eigentlich nur: schreiben. Das Golfmagazin musste bald eingestellt werden, es war wohl eine der ökonomisch erfolglosesten Mediengründungen der vergangenen Jahrtausende. Ich stellte aber meine Agentur von PR auf Corporate Writing um, verdiente so ein paar Jahre lang meine Brötchen.

Schluss mit den halben Sachen.

Dann machte ich endgültig Schluss mit den halben Sachen. Es folgte ein berufsbegleitendes Journalismus-Masterstudium (diesmal nicht abgebrochen, sondern abgeschlossen) und ich jobbte fortan als Journalist. Kein Fehler.

Und jetzt?

Viereinhalb Jahre lang war ich zuerst Redakteur, dann freier Autor beim Wirtschafts-Nachrichtenmagazin „FORMAT“, das mit Jahreswechsel 2015/2016 mit dem Schwestermagazin „trend“ zusammengelegt wurde. Also bin ich Autor des trend – genau jenes traditionsreiche österreichische Wirtschaftsmagazin, bei dem ich seit meiner Publizistik-Studentenzeit immer schon schreiben wollte. Der trend gehört zur Verlagsgruppe News und ich schreibe dort über Politik und Wirtschaft. Dazu bin ich freier Autor und Mitarbeiter verschiedener Special Interest Magazine von Kommunikation über Kulinarik bis Golf. Und ich schreibe immer wieder auch als Corporate Writer im Auftrag von Unternehmen und Persönlichkeiten aus Wirtschaft oder Politik – wenn es sich mit meiner Arbeit als Wirtschaftsjournalist vereinbaren lässt. Möglicherweise haben Sie ja schon den einen oder anderen Text des einen oder anderen Unternehmenschefs irgendwo gelesen, bei dem in Wahrheit ein Ghostwriter am Werk war – nämlich ich. Reden darf ich darüber natürlich nicht – aber ich kann Ihnen den Link zur Website von writing factory geben, wo Sie Informationen finden, was ich als Corporate Writer so treibe: www.writingfactory.at

Davon abgesehen: Immer wieder einmal (sehr, sehr selten zwar, aber doch) schreibe ich an einem Buch, zuletzt erschien 2010 das Donauturmbuch. Ich unterrichte unter dem Markennamen „writing factory“ regelmäßig bei Seminaren und Workshops für Unternehmen, in denen es um Public Relations sowie gutes Texten für Pressearbeit, Werbung und PR geht. (Wenn Sie eines buchen möchten, schicken Sie mir ein Mail.) Und ich unterrichte das Thema auch am APA Campus der Austria Presse Agentur.

Dazu mache ich hauptsächlich aus Spaß an der Freud´ein Blog: dieses hier. So lässt es sich nun halbwegs fehlerfrei leben, jobmäßig betrachtet. Es fühlt sich gut an – so, als wäre es schon immer so gewesen. Mittlerweile kann ich kann mir aber auch sogar vorstellen, wieder in die PR zurückzugehen – nur dann jedoch, wenn es dabei um eine wirklich spannende, umfassende und verantwortungsvolle Herausforderung geht. Dafür würde ich sogar das Schreiben wieder aufgeben.

Leben.

P.S. Doch was viel wichtiger ist, ein paar private Eckpfeiler: Ich habe eine erwachsene Tochter – und ich bin so unglaublich stolz auf Julia, die in ihrem Leben bereits viel coolere Dinge getan hat als ich in meinem. Sie hat in Irland ihren Master gemacht und danach sofort mit mit dem Journalismus angefangen – ohne Umweg und ohne mein Zutun. Sie hat ein superkühles Blog gemacht, lange bevor ich wusste, was das überhaupt ist. Sie ist jetzt Lektorin in einem Schulbuchverlag und ich bin ziemlich sicher: So eine tolle Tochter verdiene ich gar nicht.

Ich war nie verheiratet, das ist sich bisher einfach nie richtig ausgegangen. Was ich mag: zum Beispiel die Romane von Javier Marias. Und hätte ich es mir aussuchen können, wäre ich am liebsten als Ire geboren worden. Ich könnte dann singen und würde pausenlos ein Liedchen trällern, während ich an der Westküste wohnte und auf den wilden Atlantik in Richtung New York sähe, das hätte was. Was ich nicht mag: Polizisten. Was ich außer Blog schreiben noch kann? Gute Frage – keine Ahnung. Falls das wer von meinen Freunden liest und eine Idee hat – bitte schickt mir ein Mail.

Danke, dass Sie hier zu Gast sind und kommen Sie bald wieder!

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